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Visp / Ab sofort werden in Visp keine privaten Speiseabfälle mehr eingesammelt und der Biogasanlage der Val Biogas GmbH zugeführt. Der Grund: Unter den angelieferten organischen Abfällen fanden sich viele Materialien, die nicht in den Küchenabfall gehören.
Von Walter Bellwald
„Die angelieferten Speiseabfälle waren mit allen möglichen Materialien wie Glas, Plastik und Aluminium versehen“, stellt Max Stalder, der Betreiber der Biogasanlage, fest. Darum habe man die Anlieferungen gestoppt.
Viele Fremdmaterialien
Der Biogasanlage in Visp werden neben Gülle und Mist auch organische Abfälle wie Speiseabfälle, Kaffeesatz, Fritieröl usw. aus der ganzen Region zugeführt. Diese Gastroabfälle werden in eigens dafür vorgesehenen Fässern der Firma ERTAG eingesammelt und mit Namen und Plomben versehen. „Für uns ist es wichtig, dass wir den Inhalt eines Fasses zurückverfolgen können, um nötigenfalls bei Verunreinigungen durch Fremdmaterialien zu intervenieren“, erklärt Stalder. Dies war auch das Hauptproblem der angelieferten, privaten Speiseabfälle, welche mit allen möglichen Materialien versetzt waren. „Diese Sachen mussten unter grossem Zeitaufwand und unzumutbaren Umständen aussortiert werden. Darum mussten wir die Anlieferungen von Privathaushalten einstellen“, so Stalder weiter.
Verursacherprinzip
Durch diese Massnahmen sieht sich die Gemeinde Visp gezwungen, die Entsorgung der Speiseabfälle wieder dem Verursacherprinzip zuzuführen. Im Klartext: Die Speiseabfälle müssen vom Verursacher kompostiert oder dem normalen Hauskehricht (Gebührensack) mitgegeben werden. Wer seine Küchenabfälle dennoch weiter fachgerecht entsorgen will, dem bietet Stalder weiterhin Hand: „Es ist von Vorteil, wenn sich Hausgemeinschaften zusammentun und bei der Firma ERTAG ein Sammelfass anfordern. Die Küchenabfälle können direkt in das Sammelfass geleert und die Kompostsäcke müssen nicht mehr verwendet werden.“ Wichtig: Auch diese Fässer müssen plombiert (Gratisplombe bei der Gemeinde erhältlich) und angeschrieben werden.
400 Tonnen organische Abfälle
Insgesamt werden bei der Biogas-Anlage von Max Stalder monatlich rund 30 Tonnen organische Abfälle angeliefert. Diese kommen vorwiegend aus Gastro- und Restaurationsbetrieben der Region (Saas Fee, Grächen, Visp und Goms). „Wir hoffen, dass sich künftig noch weitere Regionen dieser ökologisch sinnvollen Lösung anschliessen. Diese Anlagen stellen nämlich eine zukunftsorientierte Alternative für die Landwirtschaft dar“, so der innovative Biobauer. Der Biogas-Anlage können jährlich bis zu 5000 Tonnen Material zugeführt werden. Überdies sei die Anlage modular ausbaubar. Die angelieferten Stoffe werden mit dem Mist und der Gülle von vier Betrieben aus der Region vermengt. Daraus entsteht Biogas, aus dem monatlich rund 50 000 Kilowatt Strom gewonnen wird, was dem Bedarf von rund 130 Wohnungen entspricht. Was vom Eigengebrauch übrig bleibt, wird ins Netz der Visper Elektrizitätswerke (EnAlpin AG) eingespiesen. „Bei grösseren Anlieferungsmengen könnten jährlich bis zu zwei Millionen Kilowatt Strom produziert werden“, hält Stalder fest. Die Reststoffe der Vergärung kommen als geruchsneutraler, leicht verfügbarer Mist und Gülle wieder auf Äcker und Weiden.
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