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Defizit von 120 000 Franken beim Verein Unesco Welterbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn (JAB)
Rote Zahlen beim Unesco-Welterbe


 

Naters / Noch sind die Aktivitäten des Unesco Welterbes Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn für Aussenstehende schwer sicht- und messbar. Quantifzierbar sind indes die Kosten: In der Jahresrechnung des Unesco-Trägervereins klafft ein Loch von 119 000 Franken.

Von German Escher

Wenn sich die Gemeindevertreter des Vereins Unesco Welterbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn am 12. Mai in Naters zur Delegiertenversammlung treffen, besteht kein Grund zum Feiern: Den Einnahmen von 787 660 Franken stehen Ausgaben von 907 216 Franken gegenüber. Das Resultat: Ein Fehlbetrag von 119 556 Franken.
Bereits die Jahresrechnung 2004 schloss mit einem Minus von 67 390 Franken. Einzig im Aufbaujahr 2003 waren die Erträge von Bund, den Kantonen Bern und Wallis sowie der Perimetergemeinden markant über den Ausgaben. Damals war man noch mit 217 153 Franken im Plus – ein Polster, das man inzwischen aufgebraucht hat.

Personalkosten: 446 000 Franken
Bei näherer Analyse der Jahresrechnung fallen zwei Dinge auf. 446 539 Franken, also rund die Hälfte der Ausgaben, entfallen auf Personalkosten des Managementzentrums und Spesen des Vorstandes. Im Vorjahr betrug derselbe Rechnungsposten noch knapp 370 000 Franken. Ein weiterer happiger Ausgabeposten ist die Kommunikation, welche sich der Verein Unesco Welterbe im vergangenen Jahr rund 230 000 Franken kosten liess. Budgetabweichungen gabs auch auf der Ertragsseite: Statt der erhofften 250 000 flossen lediglich 100 000 Franken an Sponsoringgeldern in die Kasse. Die restlichen rund 680 000 Franken an Erträgen stammen alle vom Steuerzahler.

Managementplan im Mittelpunkt
Den Fakten und Zahlen der Jahresrechnung steht ein nüchterner Jahresbericht gegenüber, welche die Komplexität, aber auch Schwerfälligkeit der Arbeit verdeutlicht: „Im Jahr 2005 stand für das Unesco Welterbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn (JAB) die Fertigstellung des Managementplanes, inklusive Konsultativverfahren sowie das Lancieren der Kerngruppen im Vordergrund. Zu diesen beiden Kernbereichen hinzu kommen die Aufgaben des Gebietsmanagements wie Kooperationen und Networking, Sponsoring, Öffentlichkeitsarbeit und Dienstleistungen, das Wissensmanagement, Forschungskoordination sowie Markenführung im Bereich Marketing und Labeling.“ Dieser Managementplan definiert 69 Ziele in den verschiedensten Bereichen – so unter anderem auch für den Tourismus, die Forst- und Landwirtschaft. Ein zentrales Anliegen ist der Schutz des Weltnaturerbegebietes, wie es durch die Vergabe des Titels durch die Unesco auch angestrebt wird. Die konkrete Umsetzung soll in 21 thematischen Aktionsfeldern erfolgen. All das kommt gegenwärtig noch sehr theoretisch daher. Konkreter sind da schon die Herausgabe dreier Bücher und eines Exkursionsführers sowie die Durchführung einzelner Veranstaltungen.

Perimeter wird erweitert

Im Zuge der Erarbeitung und Einreichung des Managementplanes hat der Trägerverein des JAB auch die Erweiterung des Weltnaturerbegebietes in Richtung Grimsel und Kandertal beantragt. Der Perimeter würde neu 823 Quadratkilometer umfassen, was einer Zunahme von 52 Prozent gegenüber dem ursprünglich anerkannten Gebiet entspricht. Laut Jahresbericht soll die Evaluation durch die Prüfungsbehörde der Unesco im Sommer 2006 erfolgen. Der Bericht des Unesco Weltnaturerbe-Komitees zur Gebietserweiterung und zum Managementplan wird für den Sommer 2007 erwartet.
Bis dahin darf man gespannt sein, was die Verantwortlichen des Vereins und des Managementzentrums an konkreten Projekten umsetzen werden.

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