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Naters / Die zivile Nutzung der Festung in Naters ist nicht ohne weiteres möglich. Das bestätigt der zuständige Gemeinderat Erich Bumann gegenüber der RZ. Er geht jedoch davon aus, dass man gemeinsam mit dem Kanton eine Lösung finden wird.
Von German Escher
Als die Gemeinde Naters die Festung gekauft und nachträglich vom Kanton als zivilen Bau bewilligen liess, ging Gemeindepräsident Manfred Holzer davon aus, dass keine Sicherheitsbedenken bestehen. Die Arbeitsgruppe der Gemeinde Naters musste nun das Gegenteil feststellen, wie Erich Bumann der RZ auf Anfrage erklärt: „Unsere Abklärungen haben ergeben, dass es feuerpolizeiliche Schwierigkeiten gibt.“
Notausgang wird geprüft
Im Wesentlichen handelt es sich um die zivile Nutzung des früheren Munitionslagers. Der 54 Meter lange Raum soll bekanntlich als Gardemuseum genutzt werden. Weil der Raum tiefer als 30 Meter ist, ist die Sicherheit bei einem Brandfall nicht mehr gewährleistet. „Wir haben einen Spezialisten des Kantons beigezogen und suchen gemeinsam nach einer Lösung“, erklärt Bumann. Im Vordergrund steht der Ausbruch eines zweiten Notausgangs. Der zuständige Gemeinderat gibt sich optimistisch: „Wir werden das Sicherheitsproblem lösen.“ Die geplante Eröffnung des Gardemuseums am 11. November 2006 hält Bumann nach wie vor „für realistisch“. Das sieht auch Stefan Ruppen, Präsident der Stiftung Kulturzentrum Päpstliche Schweizer Garde, so: „Während der militärischen Nutzung haben sich wesentlich mehr Leute im Raum, der damals noch mit Regalen unterteilt war, aufgehalten. Da werden sich die Sicherheitsfragen für eine zivile Nutzung auch lösen lassen.“ Die Reaktionen der Gäste am Walliser Jubiläumstag der Schweizer Garde waren nach einem Rundgang durch das künftige Gardemuseum laut Ruppen durchwegs positiv. Der Aufbau der Ausstellung sei zudem auf gutem Weg. Mehr Sorgen bereiten dem Stiftungsratspräsidenten die Finanzen. Noch fehlen rund ein Viertel der benötigt 700 000 Franken. Bleibt die Frage, wer für die notwendigen Sicherheitsmassnahmen wird aufkommen müssen.
Militärischer Rundgang
Unklar ist auch, wie der restliche Teil der Festungsanlage zivil genutzt werden kann. „Wir sind derzeit am Erarbeiten des Nutzungskonzepts“, sagt Bumann weiter. „Wir stellen uns einen kleinen militärischen Rundgang durch die Festung vor. Zudem verfügt die Feuerwehr über alte Ausrüstungsbestände, die man hier ausstellen könnte.“ Denkbar wäre laut Bumann auch die Einrichtung eines Konzertraums. Ihm schwebt die Gründung einer IG Festung vor, die sich für eine etappenweise Umsetzung des Konzepts engagiert und den Betrieb der Festung sicher stellt.
Zugang fraglich
Das Nutzungskonzept ist das eine; die Erreichbarkeit das andere. Der Gemeinderat liess verschiedene Erschliessungskonzepte prüfen. Der Bau eines möglichst flachen Weges vom Friedhof zur Festung ist technisch zwar machbar, aber relativ teuer. Gemeinderat Bumann ist skeptisch: „Dieser Weg wird wohl erst in späterer Zukunft verwirklicht.“ Demgegenüber will sich Ruppen weiterhin für diesen Weg einsetzen. Damit würde nämlich nicht nur die Grundvoraussetzung für die touristische Nutzung der Festung erfüllt, sondern auch ein attraktiver Aussichtspunkt erschlossen. Von hier aus bietet sich dem Besucher ein ungewohnter Blick über Brig und Naters – und das ohne Sicherheitsbedenken.
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