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Hotelfachschule ICHA und Stadtgemeinde verhandeln über neuen Standort:
Studentenheim auf altem FO-Areal?


 

Brig-Glis / In der dringenden Standortfrage für den Bau eines Studentenwohnheims für die Hotelfachschule ICHA zeichnet sich ein Alternativstandort ab. Die Hotelfachschule und die Stadt-gmeinde verhandeln gegenwärtig über die Realisierung des Projektes auf dem alten FO-Areal. Das bestätigen beide Seiten der RZ auf Anfrage.

Von German Escher

„Wir führen gegenwärtig Gespräche mit der Stadtgemeinde zu diesem Thema. Das alte FO-Areal wäre für uns eine echte Alternative“, sagt Vizeverwaltungsratspräsident Bern­hard Schwestermann der RZ auf Anfrage. Und Stadtschreiber Eduard Brogli bestätigt der RZ: „Dieser Standort wird gegenwärtig geprüft.“ Zu den Details der Gespräche mochten sich derzeit beide Seiten noch nicht äussern. Es darf davon ausgegangen werden, dass Baurechts- und Parkplatzfragen noch einer detaillierteren Prüfung be­dürfen.

Gemeinde als Eigentümerin
Grundsätzlich stehen die Chancen für die Realisierung am neuen Standort sehr gut. Zum einen hat sich die Stadtgemeinde das frühere FO-Areal in einem Vorvertrag gesichert und wird dieses im kommenden Jahr auch definitiv erwerben. Zum andern ermöglicht die laufende Zonenplanänderung auf dieser Parzelle, die sich künftig in der Wohn- und Gewerbezone befindet, solche Wohnbauten. Gemäss RZ-Recherchen würden die alten FO-Depots abgerissen. Auch wenn das bestehende Projekt nicht eins zu eins auf den neuen Standort übertragen werden könne, wolle man doch an der angestrebten Bettenzahl festhalten. Das heisst: Auch am neuen Standort soll das Wohnheim Platz für 210 Studentinnen und Studenten bieten. Sie könnten zu Fuss durch den Garten des alten Spitals zum Kreisspital gelangen, von wo aus eine Unterführung direkt zur Englischgruss-Strasse führt, wo sich die Hotelfachschule befindet.

Zeitdruck bleibt
Bernhard Schwestermann macht gegenüber der RZ klar, dass man auch das Projekt am bisherigen Standort an der Wierystrasse noch nicht aufgegeben hat und den Rechtsweg beschreitet. Gegen das ursprüngliche Projekt haben sich bekanntlich Anwohner zur Wehr gesetzt – und damit die ICHA-Verantwortlichen unter Druck gesetzt. Diese hatten den bisherigen Vertrag mit Hotelier Peter Bodenmann, in dessen Hotelkomplex heute die Mehrheit der Studenten untergebracht sind, bereits auf Juni 2007 gekündigt.
Für die Übergangszeit zeichne sich nun eine Lösung ab, gibt sich Bernhard Schwestermann optimistisch. Er geht davon aus, dass sich der bereits gekündigte Vertrag um einige Monate verlängern lässt. Der Zeitdruck jedoch bleibt. Die ICHA will noch in diesem Herbst mit den Bauarbeiten für ein neues Studentenwohnheim in Brig-Glis beginnen. Die 210 Betten müssen ab September 2007 zur Verfügung stehen. Kann das Unterkunftsproblem nicht termingerecht gelöst werden, ist die Weiterexistenz der Hotelfachschule ernsthaft in Frage gestellt. Eine (Teil-) Schliessung wäre ein schwerer Schlag für den Bildungsstandort Brig. Zudem ist die ICHA zu einem Wirtschaftsfaktor mit rund 30 Arbeitsplätzen und 250 Studierenden geworden, die hier wohnen, das Städtchen beleben und auch kräftig konsumieren.
Doch soweit will es ICHA-Vizepräsident Bernhard Schwestermann nicht kommen lassen: „Wir setzen nach wie vor alles daran, den Standort Brig zu erhalten.“

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