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Der Steger Raphaël Wicky ist seit Jahren fester Bestandteil der Nationalmannschaft
Das Achtelfinale als Ziel


 

Steg / Freienbach / Mit seiner Erfahrung und Beständigkeit zählt Raphaël Wicky zu den Stützen im Team von Natitrainer Köbi Kuhn. In der RhoneZeitung spricht der Steger über die bisherige Turniervorbereitung und seine Erwartungen für die Weltmeisterschaft in Deutschland.

Von Markus Pianzola

Nur die allergrössten Optimisten rechneten wohl mit einer internationalen Karriere, als Raphaël Wicky im Alter von sechs Jahren erstmals die Fussballschuhe für seinen Stammclub Steg schnürte. Doch mehr als zwei Jahrzehnte später hat der Bub jener Zeit aus seiner Leidenschaft längst seinen Beruf gemacht. Bereits mit 16 Jahren gab Wicky sein Nationalliga A-Debüt beim FC Sitten, ein Jahr später folgte bereits die erste Berufung in die Nationalmannschaft. Nach zwei weiteren Jahren – Wicky hatte in der Zwischenzeit mit dem FC Sitten einen Meistertitel und drei Cupsiege errungen – wagte er den Sprung ins Ausland. Es folgten vier Spielzeiten beim SV Werder Bremen und ein einjähriger Abstecher zum spanischen Hauptstadtclub Atlético Madrid. Seit 2002 verdient er sein Geld wiederum in Deutschland beim Hamburger Sportverein.

Harte Arbeit und Einsatz
Und auch in der Nationalmannschaft zählt er zu den Teamstützen. Während der Oberwalliser in Hamburg im defensiven Mittelfeld spielt, setzt Natitrainer Köbi Kuhn ihn vornehmlich im linken Mittelfeld ein. „Im ersten Augenblick fällt die Umstellung nicht immer leicht. Aber Kuhn hat mich in seiner Amtszeit fast immer auf dieser Position eingesetzt, so dass ich mich bereits im Vorfeld mental darauf einstellen konnte“, führt der 29-Jährige aus. Wicky ist kein Spieler, der mit Tricks und Kunststücken auf dem Platz auffällt, harte Arbeit und Einsatz sind eher sein Ding. „Raphaël ist taktisch sehr gut ausgebildet und im Team ein wichtiges Bindeglied zwischen der Verteidigung und der Offensive“, lobte etwa HSV-Trainer Thomas Doll im vergangenen September in der RZ.

„Das Interesse macht Freude“
Vor zweieinhalb Wochen begann die heisse Phase der WM-Vorbereitung. Intensives Training und dazu drei Testspiele in nur sieben Tagen standen auf dem Programm. Wicky zieht eine positive Zwischenbilanz: „Wir haben während dieser Zeit gut gearbeitet und können entsprechend zufrieden sein.“ Gross auch das Interesse der Fans; die Trainingseinheiten wurden jeweils von Tausenden Zaungästen mitverfolgt: „1996 vor der EM in England war die Begeisterung ähnlich gross. Daher haben wir gewusst, wie es sein kann. Das Interesse macht natürlich Freude.“

„Tagesform wird mitentscheiden“
Heute erfolgt die Abreise der Schweizer Nationalmannschaft nach Bad Bertrich, dem WM-Quartier. In Deutschland geniesst Wicky dabei ein Heimspiel, kennt er doch das Land und die verschiedenen Stadien bestens. „Deutschland wird ein super Organisator sein. Dank ihrer Mentalität wird alles top vorbereitet sein, damit es eine schöne Weltmeisterschaft gibt“, ist der Steger überzeugt. Nach den Resultaten der jüngsten Vergangenheit ist die Erwartungshaltung in der Schweiz entsprechend gross. Doch damit es für die Eidgenossen eine erfolgreiche WM gibt, muss man sich zuerst einmal in den Gruppenspielen durchsetzen. „Zu den Franzosen muss man nicht mehr viel sagen. Sie gehören zu den Titelanwärtern und sind dementsprechend auch in unserer Gruppe zu favorisieren. Südkorea machte 2002 mit dem Erreichen des Halbfinale auf sich aufmerksam und hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Die grosse Unbekannte ist Togo, aber auch dieses Team darf nicht unterschätzt werden.“ Trotz schwieriger Gruppe erwarten die Fans den Einzug in die Achtelfinale, Rang zwei ist hierzu gefordert. „Die Gruppenphase zu überstehen, wird kein leichtes Unterfangen. Haben wir das einmal geschafft, ist aber alles möglich. In den K.o.-Runden wird die Tagesform mitentscheiden.“

Ausgeglichene Weltmeisterschaft
Im Kampf um den Titel wird die Schweiz wenig mitzureden haben. Wickys Favoriten sind denn auch andere: „Am meisten genannt werden derzeit Brasilien und Argentinien. Aber auch England könnte eine wichtige Rolle spielen. Und Deutschland darf man sowieso nicht unterschätzen. Ich glaube, dass wir uns auf eine ausgeglichene Weltmeisterschaft freuen dürfen.“

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