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Pro Natura und WWF geben Opposition gegen Wanderweg von Belalp zur Riederalp auf
Über Hängebrücke statt Gletschereis


 

Belalp / Riederalp / Die Instandstellung des alten Wanderwegs von Belalp nach Riederalp wird immer wahrscheinlicher. Nach einer Begehung haben sich die Umweltverbände Pro Natura und WWF bereit erklärt, ihre Einsprache zurück zu ziehen. Herzstück des Weges ist der Bau einer 123 Meter langen Hängebrücke.

Von German Escher

Der alte Wanderweg vom Aletschbord über den Gletscher weiter zur Riederfurka war bis in die 70er-Jahre bei Gästen sehr beliebt. Doch der Klimawandel setzte dem Gletscherriesen derart zu, dass eine Traversierung nicht mehr möglich war. „Der Aletschgletscher geht in manchen Jahren bis zu 100 Meter zurück“, erklärt Patrick Amoos, Geo­loge und Präsident von Brig Belalp Tourismus (BBT) der RZ auf Anfrage. Er gehört der Interessengemeinschaft an, welche sich mit Unterstützung der Gemeinden und Burgerschaften für die Instandstellung einsetzen.

123-Meter-Brücke
Herzstück des Wanderwegprojektes ist eine 123 Meter lange Hängebrücke über die Massa. Laut Projektbeschrieb besteht die Konstruktion aus zwei Tragseilen, welche über den Graben gespannt und mit Betonfundamenten verankert werden. An diesen Tragseilen werden mittels Drahtseilen im Abstand von zwei Metern Stahlträger aufgehängt. Die Lauffläche der Brücke besteht aus einem speziellen Gitterrost. Zur Sicherung sollen seitlich je ein Maschendrahtzaun von 1,2 Metern Höhe montiert werden.

Umweltverbände kompromissbereit
Gegen das Baugesuch zur Sanierung des alten Wanderwegs und die neue Hängebrücke haben die Umweltverbände Pro Natura und WWF eingesprochen. Nach einer Begehung Ende April zeigen sich die Umweltverbände jetzt kompromissbereit. „Wir haben verbindlich in Aussicht gestellt, dass wir unsere Einsprache zurückziehen“, erklärt WWF-Koordinator Ralph Manz der RZ. Daran sind allerdings zwei Auflagen geknüpft. Auf die Beschilderung zum Grünsee soll aus Rücksicht auf die wertvollen Lebensräume verzichtet werden. Zudem fordert der WWF eine Lenkungskonzept, um sensible Naturgebiete vor dem Besucherstrom zu schützen. Sobald dieses Papier vorliegt, wird der WWF dem Projekt zustimmen, wie Manz der RZ auf Anfrage weiter erklärt: „Wir haben uns nie aus grundsätzlichen Überlegungen gegen das Wanderwegprojekt gewehrt.“ Die zweite Einsprecherin Pro Natura hat bereits zuvor ihre Beschwerde zurückgezogen. Damit sollte der Wiederinstandstel­lung der Wanderwegverbindung im
Unesco-Weltnaturerbegebiet nichts mehr im Weg stehen.

Jetzt auf Geldsuche
Sobald die definitive Baubewilligung vorliegt, will die IG ihre Arbeit auf die Finanzierung konzentrieren. Gesuche um Subventionen sind bereits eingereicht. Mit innovativen Sponsoringmodellen und der Hilfe der Gemeinden hofft IG-Präsident Herbert Schwery, dass man die benötigten 250 000 Franken bald einmal zusammen bekommt. Für ihn ist jedoch klar: "Wir werden mit den Arbeiten erst beginnen, wenn die Finanzierung gesichert ist.“

Touristisch wertvoll
Für BBT-Präsident Patrick Amoos ist der geplante Wanderweg für die ganze Region „touristisch äusserst wertvoll“. Die Gletschertraversierung führt heute über einen höher gelegenen und teils steinschlaggefährdeten Weg und dauert über acht Stunden. Nach Fertigstellung des Weges dürfte die Wanderung von Belalp zur Riederalp noch fünf Stunden dauern. Mit der Eröffnung ist im Sommer 2007 zu rechnen.

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