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Eine 24-jährige Natischerin gibt im Jodeln den Ton an
Erholung durchs Jodeln


 

Naters / Manuela Mutter ist die jüngste Oberwalliser Jodel-Dirigentin. Dem Jodeln gibt sie viel Platz in ihrem Leben. „Musik bedeutet Erholung für mich" – anders wäre ihr riesiges Engagement nicht zu bewerkstelligen.

Wie viel Zeit Manuela Mutter pro Woche ins Jodeln investiert, lässt sich nur erahnen: An einem Abend dirigiert sie den Jodlerklub Balfrin in Visp, an einem anderen den Jodlerklub Riederalp, Ried-Mörel. Hinzu kommt das aktive Mitsingen im Jodelklub Aletsch plus das Singen mit ihrer Duettpartnerin Patricia Pfammatter. Zudem studiert sie Klassische Gitarre an der Hochschule Tibor Varga in Sitten.

Von den Tambouren zu den Jodlern
Alles begann am Kantonalen Jodlerfest 1997. Die damals 15-jährige Manuela spielte dort mit den Tambouren und Pfeifern, hörte erstmals einen Jodel und war hin und weg. Gesungen hatte sie schon immer, ja sogar Gesangsstunden hatte sie besucht. Aber so etwas, so etwas hatte sie zuvor nie gehört. „Ich war total fasziniert von dieser Technik.“ Bald schon sang sie im Jodelklub Aletsch mit. Der Dirigent war es, der sie auf die Idee brachte, den Dirigentenkurs zu besuchen. „Das war eine langwierige Sache, die sich über vier Jahre hinwegzog.“ Doch der Einsatz hat sich gelohnt: Als mit Abstand jüngste Teilnehmerin bestand sie die eidgenössisch anerkannte Ausbildung.

Dem Diplom folgten Anfragen
Die Jodelszene interessierte sich für die junge Dirigentin. So kam es, dass sie bis heute in gleich zwei Jodelklubs den Ton angibt. Wie reagieren die meist schon etwas älteren Jodler, wenn plötzlich eine viel jüngere Frau das Sagen hat? „Zu Beginn begegneten mir schon einige mit Skepsis, aber das legte sich bald. Es gab auch viele, die mich unterstützten und an mein Können glaubten. Es ist eine Aufgabe mit viel Verantwortung.“ Manuela Mutter übt mit den Chören neue Stücke ein. Es liegt ihr auch am Herzen, die Qualität des Gesangs fortlaufend zu verbessern. „Aber so, dass die Leute nicht 'den Verleider' bekommen.“

Den Jodel in die Familie gebracht
Wer in den Jugendjahren mit dem Jodeln beginnt, muss wohl von zu Hause aus einen Bezug dazu haben? Nein, weit gefehlt. „In meiner Familie hat nie jemand gejodelt. Aber ich konnte mit der Zeit meinen Vater dazu bringen, selbst mit dem Jodeln zu beginnen“, schmunzelt Manuela Mutter. Und sie würde sich freuen, wenn noch mehr Freude an diesem Hobby finden würden. „Es hat einige junge Frauen, die jodeln. Aber bei den Männern gibt es schon Nachwuchsprobleme. Momentan lassen sich aber immerhin drei junge Oberwalliser zu Dirigenten ausbilden.“ Wie reagieren Gleichaltrige auf das ungewöhnliche Hobby? „Überraschend gut. Viele sind neugierig und wollen dann auch gleich eine Kostprobe hören.“ Wer nun neugierig geworden ist, sollte am 26. August das Kantonale Jodlerfest in Visp besuchen.RE

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