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Oberwallis / Die Hektik des Alltags hinter sich lassen, sich lautlos von der Kraft der Natur in die Höhe tragen lassen, die Welt einmal von oben betrachten und dabei noch den Wind im Gesicht spüren – das alles und noch viel mehr bietet das Gleitschirmfliegen.
Von Markus Pianzola
Die Ausrüstung angezogen und kontrolliert, der Gleitschirm startbereit, dann ein paar kleine Schritte den Starthang hinunter und schon schwebt man scheinbar schwerelos dahin. Gleitschirmfliegen ist Naturerlebnis pur. Und gerade in einem heissen Sommer wie diesem ist es erst noch eine höchst willkommene Abkühlung.
Erste Erfahrungen ohne Risiken
Neueinsteiger absolvieren die ersten Flüge jeweils mit einem Fluglehrer im Doppelsitzer. Mit dieser Sicherheit hinter sich, können risikolos erste Erfahrungen gesammelt werden. Während des Fluges vermittelt der Fachmann Kenntnisse über Thermik und die korrekte Lenkung eines Gleitschirms. Doch es bleibt nicht bei der Theorie, bereits auf dem ersten Flug können kleinere Manöver vom Anfänger ausgeführt werden. Natürlich bietet sich auch die Gelegenheit, die Schönheit der Walliser Bergwelt einmal von oben zu geniessen. Die Zeit vergeht im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug. Schon bald wird die Landung vorbereitet. Letzte Instruktionen des Fluglehrers, aufrechte Position einnehmen, dann erneut ein paar Schritte nach der Landung und schon hat man wieder sicheren Boden unter den Füssen.
Auch im hohen Alter möglich
Gemäss Fluglehrer Hansi Zeiter wird grösster Wert auf die gründliche Ausbildung der Neulinge gelegt. Nach den ersten Flügen im Doppelsitzer werden an einem Übungshang die Start- und Landetechnik mit dem Solo-Gleitschirm erlernt. Nach drei bis vier Tagen ist man in der Regel bereit für den ersten Solo-Höhenflug. Mindestens vierzig Flüge in verschiedenen Gebieten – jeweils unter Aufsicht eines Startleiters sowie eines Fluglehrers am Landeplatz – sind vonnöten, um die Prüfungsreife zu erlangen. Das Mindestalter für Anfänger beträgt 15 Jahre; um das Brevet zu erlangen, muss man 16-jährig sein. Nebst dem Alter sind auch viel Selbstdisziplin sowie eine gute körperliche und geistige Verfassung notwendig, um das Gleitschirmfliegen zu erlernen. Dass erste Gleitschirm-Erfahrungen auch noch im hohen Alter gemacht werden können, zeigt das Beispiel der 80-jährigen Lina Rothacher aus Untersiegenthal (AG): „Meine Geschwister haben mir den Flug zum Geburtstag geschenkt. Es war eine sehr schöne Erfahrung, ich fühlte mich wie ein Vogel in der Luft“, erklärte sie nach der Landung mit Fluglehrer Zeiter begeistert.
Ungefährlich, wenn seriös betrieben
Trotz Naturerlebnis und dem Gefühl der Freiheit – der Sport scheint auch mit gewissen Risiken verbunden zu sein. In regelmässigen Abständen hört man von Unfällen im Zusammenhang mit Gleitschirmen. Fluglehrer Zeiter relativiert: „Die meisten Unfälle passieren, weil die Piloten sich und die herrschenden Umweltbedingungen falsch einschätzen. Seriös betrieben, ist Gleitschirmfliegen nicht gefährlich.“
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