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Das Verbauungsprojekt Millibach lässt auf sich warten
Albinen bangt um seine Sicherheit


 

Albinen / Seit sieben Jahren wartet die Gemeinde Albinen auf die Verbauung des Millibachs. Doch trotz Notwendigkeit und reeller Gefahr zögert sich das Projekt weiter hinaus.

Von Walter Bellwald

In den Neunzigerjahren trat der Millibach gleich zweimal über die Ufer und überflutete Keller und Matten. Nur mit viel Glück und dank dem beherzten Eingreifen der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindert werden. Daraufhin lancierte alt-Gemeindepräsident Oskar Mathieu das Projekt um die Verbauung des Millibachs.

2,2 Millionen Voranschlag
Das Projekt sah vor, den Hang im besagten Gebiet zu stabilisieren und den Millibach so zu kanalisieren, dass auch bei Unwettern keine Überschwemmungsgefahr mehr bestand. Experten von Bund und Kanton waren vor Ort und erkannten die Notwendigkeit, entsprechende Mass- nahmen zu ergreifen. Schliesslich wurde das Bauvorhaben mit 2,2 Millionen voranschlagt. Bei seiner Amtsübernahme als Gemeindepräsident stellte Bernhard Grand fest, dass für das Plandossier noch Expropriationen fehlten. Schliesslich folgte im Spätherbst 2005 endlich die lang ersehnte Plangenehmigung.

Böse Überraschung
Mit der Plangenehmigung sollte auch der Subventionszusage von Bund (65 Prozent) und Kanton (30 Prozent) nichts mehr im Wege stehen. Der Baubeginn des geplanten Projekts Verbauung Millibach wurde auf den Frühling 2006 angesetzt. Dann folgte die böse Überraschung: Bei der Offerteröffnung stellte man fest, dass sich die geschätzten Baukosten in der Zwischenzeit um fast das Doppelte(!) erhöht hatten. Statt der geplanten 2,2 Millionen beläuft sich das Projekt jetzt auf über 4 Millionen Franken. Über den Grund für die massiven Kostenüberschreitungen schweigen sich die verantwortlichen Stellen aus. Tatsache ist aber: Die anfallenden Kosten gefährden das ganze Projekt. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) will nun seine Subventionszusage überprüfen und verlangt vom Kanton Wallis verschiedene Zusatzinformationen. Um welche Informationen es sich dabei handelt, wollte BAFU-Sprecher Mat-thias Aeschlimann nicht verraten. „Wir werden dem laufenden Verfahren nicht vorgreifen und uns nicht näher dazu äussern.“ Man werde die Situation neu beurteilen und den Bundesanteil am Projekt neu definieren.

Ungeduld wächst
Derweil gibt man sich in Albinen langsam ungeduldig. „In den vergangenen Jahren wurden immer neue Expertisen eingeholt und neue Projektoptimierungen erstellt. Aber die Realisierung lässt trotz der Sicherheitsbedenken immer noch auf sich warten“, bedauert Bernhard Grand. Bis heute habe die Gemeinde rund 400 000 Franken vorfinanziert: „Das ist viel Geld für eine Berggemeinde. Wir hoffen nun aber, dass dieses Werk baldmöglichst in Angriff genommen wird und auch die bisherigen Planungskosten subventioniert werden. Für Albinen wäre es unverständlich, wenn Bund und Kanton nicht auf das vorliegende Verbauungsprojekt eintreten würden“, so der Gemeindepräsident. „Schliesslich tragen ich und meine Ratskollegen die Verantwortung für die Sicherheit der Bevölkerung und die bezahlt sich nicht mit unnötigen Kostenoptimierungen.“

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