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Ried-Brig / In Ried-Brig spitzt sich die Lärmproblematik des Schwerverkehrs über den Simplon immer mehr zu. Jetzt fordert der Gemeinderat den Staatsrat zum Handeln auf: Mit dem Bau von Lärmschutzwänden und stärkeren Kontrollen soll die Wohnqualität im Brigerberg erhalten bleiben.
Von German Escher
Seit Jahren ärgern sich Anwohner entlang der Nationalstrasse A9 über den zunehmenden Verkehrslärm. Und mehrmals hat der Gemeinderat Massnahmen gefordert. Bisher ohne Erfolg. Diesen Sommer hat der Gemeinderat erneut beim Kanton interveniert. „Die Schliessung am Gotthard hat zu einer massiven Zunahme des Schwerverkehrs geführt. Dadurch sind die Lärmbelastung und die Gefahren klar gestiegen“, erklärt Gemeindepräsident Herbert Schmidhalter gegenüber der RZ. „Der technische Zustand der Lastwagen oder das Einhalten eines Minimalabstandes sind unserers Erachtens zu wenig kontrolliert worden.“ Die Gemeindeverantwortlichen stützen sich dabei auf Gespräche mit Polizeibeamten und Grenzpersonal und fordern, dass die Polizeipräsenz auf der Passstrasse erhöht wird.
Kanton gesprächsbereit
Auf die bisherigen Interventionen der Gemeinde hat der Kanton jeweils mit Lärmmessungen reagiert. Die vorgeschriebenen Grenzwerte im Tagesdurchschnitt wurden jedoch nicht überschritten. Das bestätigt auch Gemeindepräsident Schmidhalter. Er spricht von einer „objektiv wie subjektiv sehr hohen Lärmbelastung“ und verweist gegenüber der RZ auf die Möglichkeit, dass bei einer Kostenbeteiligung der Gemeinde auch Lärmschutzmassnahmen realisiert werden können, wenn die Grenzwerte nicht übertroffen werden. Die Gemeinde Ried-Brig wäre bereit für eine solche Lösung. Viel mehr als Versprechungen, dass in dieser Angelegenheit etwas unternommen werde, hat man bisher jedoch nicht erhalten.
Das Antwortschreiben vom 6. Juli Staatsrat Jean-Jacques Rey-Bellet lässt die Ried-Briger nun wieder hoffen. Darin verspricht der Staatsrat, eine gemeinsame Lösung zwischen Kanton und Gemeinde zur Verbesserung der heutigen Situation zu finden. Die gegenwärtige Situation könne praktisch auf der ganzen Strecke als gesetzeskonform, jedoch nicht als zufriedenstellend für die Anwohner betrachtet werden.
Für Gemeindepräsident Schmidhalter jedoch ist klar: Wenn bei der Nationalstrasse entlang dem Holzji-Quartier in Glis vor Jahren Lärmschutzwände gebaut wurden, müssten eigentlich auch Massnahmen in Ried-Brig möglich sein.
„Billige Ausweichroute“
Auch im neuen Mitteilungsblatt legt die Gemeinde ihre Position unmissverständlich dar: „Je länger je mehr kommen die Angrenzer zur Erkenntnis, dass der Simplonpass nur noch als billige Ausweichroute für den Schwerverkehr benutzt wird. Gespräche mit ausländischen Speditionsfirmen bestätigen leider unsere Behauptungen. Bis anhin waren die betroffenen Gemeinden von den Vorteilen eines gut ausgebauten Passes noch überzeugt. Die in den letzten Jahren schleichende verschärfende Situation führt nun langsam aber sicher zu einem starken Sinneswandel. Politische, moralische und rechtliche Interventionen drängen sich somit leider auf.”
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