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Termen / Brig / Während Jahren hat man an der kommerziellen Nutzung der Mineralwasserquellen herumstudiert. Jetzt wirds wirklich konkret: Die Bauarbeiten für die Erschliessung des Betriebsgebäudes laufen auf Hochtouren. Mit dem Betrieb soll Ende 2007 begonnen werden.
Von German Escher
„Wir sind voll im Zeitplan“ erklärt Mario Ruppen, Verwaltungsratspräsident der Pearlwater AG der RZ auf Anfrage. Doch bis man mit den Erschliessungsarbeiten endlich beginnen konnte, hatten die Mineralwasser-Promotoren einige Hürden zu nehmen. Nebst dem aufwändigen Bewilligungsverfahren sorgten vor allem die enormen Kosten für schlaflose Nächte, wie Ruppen schmunzelnd einräumt.
Teurer Bahnanschluss
Das Betriebsgebäude der Pearlwater AG am linken Rhoneufer bei Bitsch/Termen wird über die neue Ostausfahrt der Matterhorn Gotthard-Bahn erschlossen. Dazu wird auf einer Länge von 470 Metern ein Drei-Schienen-Geleise verlegt, auf dem sowohl die Schmalspurbahn als auch die Mineralwasserzüge verkehren können. Von der Abzweigung der MGB über die Rhone bis zur Betriebshalle sind weitere rund 500 Meter Geleise zu erstellen. Dazu müssen zwei Hochspannungsmasten verlegt und zwei Weichenanlagen erstellt werden. Kostenpunkt: rund elf Millionen Franken. Davon werden 43 Prozent über Subventionen finanziert. Der Bahnanschluss dürfte die Pearlwater AG, deren Aktienkapital gegenwärtig 8,2 Millionen Franken beträgt, rund sechs Millionen Franken kosten.
Hallenausbau im Herbst
Doch damit nicht genug. Für die Fertigstellung der Halle, den Bau verschiedener Annexbauten sowie die Einrichtung der Abfüllanlagen dürften weitere sieben Millionen Franken notwendig sein. Wer nichts riskiere, könne auch kein Geschäft machen, gesteht Ruppen. Doch der Verwaltungsratspräsident gibt sich optimistisch: „Wir hatten noch nie so viele Anfragen von Investoren wie in den letzten Monaten.“ Kein Zweifel: Das Geschäft mit dem Wasser gehört zu den Wirtschaftssektoren mit steigender Nachfrage. „Für die Abnahme unseres Mineralwassers habe ich keine Bedenken.“
Zu den Kunden gehören laut Ruppen sowohl Schweizer als auch ausländische Firmen. Verkauft werden Mineralwasser ohne und solches mit wenig und viel Kohlensäure. Sämtliches Mineralwasser wird in der Halle am Rhoneufer in PET-Flaschen abgefüllt und per Bahn abtransportiert. Den genauen Namen des Wassers kann der Verwaltungsratspräsident noch nicht verraten. Klar jedoch ist, dass auf der Etikette der Vermerk „Abgefüllt in der Mineralwasserquelle Termen“ zu lesen sein wird.
Betriebsbeginn Ende 2007
Bis zur Inbetriebnahme der Ostausfahrt der Matterhorn Gotthard Bahn im Dezember 2007 möchte auch die Pearlwater AG startklar sein. Im ersten Jahr wird man einen Ein-Schicht-Betrieb fahren. Dazu werden rund ein Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt. Der Betrieb werde allmählich hochgefahren, erklärt Ruppen weiter. Er geht davon aus, dass im ersten Geschäftsjahr rund 60 Millionen Liter abgefüllt und verkauft werden. Die jährliche Gesamtausschüttung der drei gefassten Wasserquellen beläuft sich gemäss früheren Angaben auf rund 1000 Millionen Liter, dem Fachleute allgemein hohe Qualität attestieren.
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