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Eggerberg / Ein Kunstwerk auf dem Dorfplatz in Eggerberg erregt die Gemüter. Weil die vier Meter breite und sechs Meter hohe Holzkonstruktion zu nahe an ihrem Haus steht, wehren sich die Anwohner und haben eingesprochen.
Von Walter Bellwald
Der Dorfplatz in Eggerberg wird zur Zeit gerade saniert. Die zwei Blickfänge: Ein Wandbild des heimischen Malers Herbert Theler und die sogenannte „Grüne Wand“ des Zürcher Architekten Hans-Ulrich Imesch, dessen Wurzeln in Eggerberg liegen.
Einsprache gegen Bauwerk
Letztere stösst bei Anwohnern des Dorfplatzes auf heftigen Widerstand. Der Grund: Die mächtige Holzkonstruktion, an der Stahlseile mit Steinen befestigt sind, um die sich später Rosen ranken sollen, steht zu nahe bei ihrem Haus. Wieso aber haben die Anwohner nicht schon vor dem Bau des Kunstwerks eingesprochen? Die Gemeinde habe gar nie erst ein Baugesuch für die Anlage gestellt, argumentieren die Einsprecher. Gegen diesen Vorwurf wehrt sich die Eggerberger Gemeindepräsidentin Rafaela Wasmer: „Wir haben für den Bau der Stützmauer und für die Nische ein ordentliches Baugesuch eingereicht. Für die Platzgestaltung und die Errichtung eines Kunstwerks war kein Baugesuch notwendig. Überdies sind die Pläne für die Platzgestaltung zwanzig Tage öffentlich aufgelegen.“ Trotzdem wurde die Gemeinde jetzt vom Kanton nachträglich angewiesen, im Nachvollzug ein Baugesuch zu stellen.
Einigung angestrebt
Im Schreiben an die Gemeinde Eggerberg weist der Kanton darauf hin, dass künstlerische Bauten zwar grundsätzlich nicht bewilligungspflichtig seien, der gesetzmässige Abstand zu einem benachbarten Grundstück aber dennoch eingehalten werden muss. Jetzt will sich die Gemeinde mit den Einsprechern zusammen setzen und hat darum eine Einigungsversammlung einberufen. „Es war nie unsere Absicht, jemanden hinters Licht zu führen oder ihm die Möglichkeit zu nehmen, sich zu einem Bauvorhaben der Gemeinde zu äussern. Darum ist es uns wichtig, zusammen mit den Einsprechern die Fronten zu klären“, sagt Wasmer und hofft, dass man sich an besagter Sitzung näher kommt. „Es wäre schade, wenn unser Dorfplatz vor dem Hintergrund eines Rechtsstreits eingeweiht würde.“
340 000 Franken
Derweil werden die letzten Arbeiten am neuen Dorfplatz in Angriff genommen. Rund 340 000 Franken kostet der Dorfplatz. Während die Patenschaft für Berggemeinden, die Loterie Romande und die Patengemeinde Rothrist den Grossteil übernehmen, bleiben der Gemeinde Restkosten in der Höhe von knapp 100 000 Franken. Der neue Platz kann sich sehen lassen: Entlang der Stützmauer wurde eine Nische in die Wand eingelassen, in der eine Suone fliesst. Ein Wandgemälde, vom Oberwalliser Maler Herbert Theler inszeniert, zeigt ein Landschaftsbild mit kulturellen Impressionen. Ein Podium am Rande des Platzes und die „Grüne Wand“ runden den positiven Gesamteindruck ab. Für das Konzept des Dorpflatzes zeichnet Hans-Ulrich Imesch verantwortlich, ein Zürcher Architekt, dessen Vater aus Eggerberg stammt. „Die Platzgestaltung ist eine märchenhafte Mischung aus Symbolik und einheimischer Kultur“, so Imesch.
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