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Sitten / Die Stadt Genf soll sich gemeinsam mit dem Tourismuskanton Wallis für die Olympische Winterspiele 2018 bewerben. Das zumindest schwebt Genfer Initianten vor, die sich gemäss RZ-Recherchen im November mit dem Walliser Staatsrat Jean-Michel Cina treffen. Doch dieser hofft eher auf Weltcup-Rennen – beispielsweise in Crans-Montana.
Von German Escher
Trotz der Schlappe der Sittener vor dem IOC bleibt Olympia in der Schweiz und im Wallis ein Thema. Bereits im Februar hat die RhoneZeitung berichtet, dass sich Genfer und Walliser Tourismuskreise für eine Olympiabewerbung 2018 stark machen. „Seither haben einige Sitzungen stattgefunden“, bestätigt Urs Zenhäusern gegenüber der RZ. Der Direktor von Wallis Tourismus hat auch informelle Gespräche mit Bundesrat Samuel Schmid geführt. Der Schweizer Sportminister prüft angeblich die Ausarbeitung eines Rahmengesetzes, wonach der Bund internationale Sportanlässe mitfinanzieren könnte.
Olympia-Gespräche im Wallis
Wichtige Gespräche stehen auch im Wallis an. Gemäss RZ-Recherchen werden die Genfer Olympiapromotoren anfangs November zu Gesprächen ins Wallis reisen, um unter anderem eine allfällige Kandidatur mit Staatsrat Jean-Michel Cina zu diskutieren. „Wir werden das Dossier sicher ernsthaft prüfen“, erklärt Cina auf Anfrage und relativiert zugleich: „Ich kann mir nur eine nationale Kandidatur mit einer grossen Stadt vorstellen.“
Weltcup-Rennen als Ziel
Während einzelne Walliser von Olympia träumen, haben die Bündner bereits wieder eine Kandidatur für die Ski-WM 2013. Eine Strategie, welche eigentlich auch die Walliser Kantonsregierung angekündigt hat.
„Der Wintersport ist die Triebfeder unseres Tourismus. Deshalb möchte ich möglichst rasch wieder Weltcup-Rennen im Wallis“, betont Staatsrat Cina. Aber er weiss, dass unsere ehemaligen Austragungsorte meilenweit davon entfernt sind. „Wir müssen zuerst wieder die Pisten weltcuptauglich herrichten, die Infrastruktur modernisieren und eine Organisation aufbauen, die nicht nur regional begrenzt ist.“ Der Kanton ist laut Cina bereit, hier Koordinationsaufgaben zu übernehmen. Erst wenn wieder regelmässig Europa- und Weltcuprennen durchgeführt würden, dürfe man an Weltmeisterschaften oder gar Olympia denken.
Crans-Montana will WM 2015!
Den Handlungsbedarf erkannt haben die Verantwortlichen in Crans-Montana. Sie haben den früheren Damentrainer, Europacup-Koordinator und FIS-Delegierten Markus Murmann als Berater und Pistenbauer engagiert. Die früheren Weltcuppisten waren nicht mehr homologiert. „Die Sicherheitsanforderungen sind enorm gestiegen. Auch die Skitechnik hat sich verändert“, erklärt Murmann gegenüber der RZ. Rodungen, Pistenanpassungen und insgesamt über 13 Kilometer Sicherheitsnetze waren notwendig. Damit der Renn- und Trainingsbetrieb von normalen Skifahrern und Snowboardern nicht gestört wird, wurden sogar zwei Tunnels zur Unterquerung der Rennpiste gebaut.„Wir haben rund drei Millionen Franken in die Piste National investiert“, sagt Murmann und verweist auf die erfolgreichen Verhandlungen mit der FIS. Vom 29. Januar bis 3. Februar 2007 finden die ersten Europacup-Rennen der Herren statt. In der darauffolgenden Saison hat man bereits einen Weltcup-Termin: Am 8. und 9. März 2008 ist die Weltspitze der Damen auf dem Hochplateau zu Gast.
Und Markus Murmann denkt bereits weiter: „Crans-Montana wird für die Ski-Weltmeisterschaft 2015 kandidieren.“
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