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Brig / Die Briger Innenstadt wird immer mehr zur Partyzone. Zwei weitere Bars in der Altstadt dürfen künftig nach dem Willen der Stadtgemeinde bis zwei Uhr geöffnet haben. Dagegen laufen einzelne Anwohner Sturm und erwägen gar, eine Aufsichtsbeschwerde beim Staatsrat einzureichen.
Von German Escher
Die Stadtbehörde ist im Dilemma. Zum einen braucht Brig als Zentrumsgemeinde und Tourismus-stadt ein attraktives Nachtleben. Zum anderen haben Anwohner, aber auch Hotelgäste, gerne ihre Ruhe.
Auf Liberalisierungskurs
Der Stadrat steuert derzeit auf einem Liberalisierungskurs, den er erst kürzlich mit der Bewilligung zweier Gesuche bestätigt hat. „Wir haben dem Restaurant Scala und der Matzabar die Bewilligung erteilt“, bestätigt Polizeichef Andreas Zenklusen. Somit können die beiden Lokale künftig bis 2 Uhr geöffnet bleiben, sofern die baulichen Auflagen (Lärmschleuse) sowie betrieblichen Massnahmen (Sicherheitsdienst zwischen 2 und 3 Uhr) erfüllt sind.
Somit haben bisher fünf Restaurants eine Bewilligung bis 2 Uhr. Dies sind nebst dem erwähnten Betrieben die Sonderbar, die Riverbar und das Restaurant Müller. Nicht bewilligt wurde das Gesuch des Restaurant Napoleons, weil bereits früher zivilrechtliche Verfahren gegen die Lärmemissionen vor dem Richter endeten.
Anwohner wehren sich
Gegenüber der RZ betont Stadtrat Andreas Zenklusen, dass gegen die Bewilligungen noch rekurriert werden könne und diese deshalb noch nicht rechtskräftig sind. Mit Widerstand ist denn auch zu rechnen. Die Anwohner haben gegenüber der RZ bereits eine Beschwerde angekündigt. „Wenn die Stadtgemeinde für eine Liberalisierung der Polizeistunde ist, muss sie auch die Leistungen hochfahren, indem sie die Polizeipräsenz verschärft und Nachtruhestörer wie in Zermatt hart bestraft“, erklärt ein Beschwerdeführer und Anwohner gegenüber der RZ. Im Unterschied zur Musicbar „Spycher“, die über eine Dancing-Konzession verfügt, schalldämmende Massnahmen getroffen hat und strikte Kontrollen durchführt, würden andere Betriebe im Quartier die Auflagen nicht im geforderten Mass einhalten, befürchten verschiedene Anwohner. Ihnen ist bereits die heutige Praxis ein Dorn im Auge. „Die Stadtgemeinde macht zu wenig für die Einhaltung der Nachtruhe. Deshalb prüfen wir eine Aufsichtsbeschwerde an den Staatsrat“, heisst es seitens der Nachbarn.
Polizeistunde bleibt
„Ich habe ein Ohr für die Anwohner“, gesteht Polizeichef Andreas Zenklusen. „Jeder Bürger hat Anrecht auf Nachtruhe.“ Aber er weiss auch, dass es für die Einhaltung ein grösseres Polizeikorps benötigt. Der personelle Ausbau der Stadtpolizei ist aber ebenso wenig ein Thema wie die Aufhebung der Polizeistunde. „Dieser Schritt ist nicht sinnvoll“, betont Zenklusen. „Zum einen kehren Städte, welche die Polizeistunde aufgehoben haben, wieder zu einer strengeren Praxis zurück. Zum anderen frage ich mich, ob es sinnvoll ist, dass die Jugend die ganze Nacht Party macht.“
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