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Schutzmassnahmen für Kindergarten wurden jahrelang blockiert
Kindergarten drohte die Schliessung


 

Gampel / Der Kindergarten von Gampel stand diesen Sommer kurz vor der Schliessung. Grund: Gefährdung durch Steinschlag. Brisant: Wegen kantonsinterner Rängeleien wurde das Schutzkonzept während Jahren blockiert.

Von Armin Bregy

Eine knappe Woche vor Schulbeginn diesen Jahres flatterte ein Schreiben an die Gemeindebehörden von Gampel, welches die Schliessung des Kindergartens forderte. Grund: Der Kindergarten werde durch Steinschlag gefährdet. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Seit Jahren wird in und um Gampel über die Sicherheit des Kindergartens diskutiert. In einem geologischen Bericht, welcher von Odilo Schmid und der Rovina und Partner AG erstellt wurde, kann man denn auch nachlesen: „Generell besteht im gesamten Gebiet eine Gefährdung durch Block- oder Steinschlag.“

Seit 1994...
Bereits seit 1994 wurde über mögliche Schutzmassnahmen diskutiert. Doch die verantwortlichen Kantonalen Dienststellen – der Kantonsgeologe und die Dienststelle für Wald und Landschaft (DWL) – konnten sich nicht einigen, wie man den Gefahren begegnen solle. So kam es zur bizarren Situation, dass diesen Sommer die Aufnahme des Schulbetriebes verboten wurde – wiederum von Kantonsseite! In einer Sitzung, die dringlichst einberufen wurde, konnten Sofortmassnahmen beschlossen werden, die den Schulbetrieb trotzdem ermöglichten: Zur Sicherung des Kindergartenpavillons wurde bergseits ein Schutzdamm errichtet. Weitere Sicherungsmassnahmen müssen bis Ende Jahr erstellt sein, wie Franz Weissen von der Dienststelle für Unterrichtswesen bestätigt.

Blockierte Schutzmassnahmen
Doch wie konnte es soweit kommen, dass Schutzmassnahmen für einen Kindergarten jahrelang blockiert werden? Charly Wuilloud, Chef Naturgefahren des Kantons Wallis: „Der erste Bericht, den wir in dieser Angelegenheit erhielten und besprechen konnten, wurde im August 1998 erstellt. Darauf folgten sehr viele - mit fast jährlichen Unterbrüchen - Kommentare und Bemerkungen des Kantonsgeologen, der sich mit den vorgelegten Gefahrenkarten nicht einverstanden erklärte.“ Neben der Gefahrenkarte gab es noch weitere Punkte, in welchen sich Kantonsgeologe Jean-Daniel Rouiller und die DWL nicht einig waren. Philippe Gsponer, Mitarbeiter Kantonsgeologie beim Kanton Wallis, bestätigt: „Man war sich nicht einig über den Standort der Schutznetze.“ Auch die Frage, wie man die Sturzbahnberechnungen vornehmen wolle, führte zu Diskussionen. Die Debatten zogen sich dahin und verliefen wenig konstruktiv. Charly Wuilloud: „Die Validierung der Gefahrenkarte durch den Kantonsgeologen liess weiter auf sich warten, da die Experten sowie die DWL anscheinend nicht kompetente Arbeiten geliefert hatten.“ Die­se kantonsinternen Rängeleien führten dazu, dass die Schutzmassnahmen nicht umgesetzt wurden. Auch Hermann Rovina der Rovina und Partner AG bestätigt: „Was dort stattgefunden hat, kann man getrost als unsachliche Variantendiskus­sion bezeichnen.“

Was lange währt...
Und nun, zwölf Jahre nach den ersten Diskussionen, kommt es endlich zu den Verbauungen, die den Kindergarten schützen. Ironie der Geschichte: „Nach all den Diskus­sionen ist man schlussendlich praktisch wieder bei der Variante angelangt, die man am Anfang erarbeitet hatte“, so Hermann Rovina.

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