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Das 4. PH-Forum von morgen Freitag widmet sich dem Fremdsprachenlernen
in der Schule
Mut zur Mehrsprachigkeit


 

Wallis / Ab wann sollen Sprachen gelehrt werden – und welche Sprachen überhaupt? Das 4. Forum der Pädagogischen Hochschule Wallis (PHVS) zeigt Tendenzen und Möglichkeiten auf.

Von Armin Bregy

Erinnert man sich an den Französischunterricht zurück, hält sich die Euphorie in der Regel in engen Grenzen. Dass das nicht unbedingt so sein muss, zeigt das 4. PH-Forum der Pädagogischen Hochschule Wallis: Mühsames Auswendiglernen von einzelnen Vokabeln stand früher im Vordergrund. Heute werden andere Akzente gesetzt, wie Alain Metry von der PH Wallis gegenüber der RZ erläutert: „Sprachunterricht braucht mehr Bezug zu täglichen Funktionen. Wichtig ist, dass man sich verständigen kann. Und dazu braucht es nicht unbedingt Pauken und Drill.“

Mehr- oder Vielsprachigkeit?
Neue Forschungsergebnisse machen deutlich, dass Fremdsprachen möglichst früh gefördert werden sollten. „Die Hirnforschung hat gezeigt, dass man in gewissen Phasen für Sprachen empfänglicher ist“, so Metry. Bis zum elften Lebensjahr sind die Voraussetzungen besonders gut, was aber nicht heisst, dass man nicht auch im Alter Sprachen lernen kann. „Aber es ist schon so, dass man ab einem gewissen Alter mehr Mühe hat, eine Sprache akzentfrei zu lernen.“ Wichtig ist nach Metry auch die Unterscheidung zwischen Mehr- und Vielsprachigkeit: „Bei der Mehrsprachigkeit profitiert eine Sprache von der anderen. Bei der Vielsprachigkeit werden die Sprachen isoliert voneinander gelehrt.“ Auch die Korrektheit der Sprache sollte zu Gunsten der Verständlichkeit weniger stark gewichtet werden. Um diese Ansätze im Schulalltag umzusetzen, müssen die Lehrerinnen und Lehrer sensiblisiert und weitergebildet werden. Die Nordwestschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (NW EDK), zu welcher auch die PH Wallis gehört, hat diesbezüglich ein Projekt ausgeschrieben, um welches sich auch die PH Wallis bemüht (Kasten rechts).

Schwerpunkt Kommunikation
Die neuen Ansätze wollen Alltags- und Schulsprache miteinander verbinden, eine ganzheitliche Ausbildung wird angestrebt. Der Schwerpunkt soll vermehrt auf die Kommunikation an sich gelegt werden.Das 4. PH-Forum zeigt nun mittels Referaten und Ateliers neue Ansätze auf, wie man Fremdsprachenunterricht gestalten kann. Es findet morgen Freitag von 16.30 bis 20.45 Uhr in Brig statt. Die Beiträge sollen am Anschluss an die Tagung publiziert werden. Mehr Informationen auf www.phvs.ch

Mehrsprachigkeit fördern
PH Wallis redet mit

Wallis / Die Nordwestschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (NW EDK), zu der auch das Wallis gehört, lanciert ein Projekt zur Lehreraus- und -weiterbildung.

Die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren wollen den Sprachenunterricht in der obligatorischen Schule koordiniert weiterentwickeln und früher mit der Sprachförderung beginnen. Gemeinsames Ziel ist eine verstärkte Förderung der Erstsprache (lokale Landessprache) und als langfristiges Ziel das Unterrichten von zwei Fremdsprachen spätestens ab dem 3. und 5. Schuljahr für alle Schülerinnen und Schüler. Die NW EDK verfolgt diese Ziele mit verschiedenen Projekten: Eines davon befasst sich mit der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen für die nächsten fünf bis sechs Jahre. Ein sowohl für den Kanton wie auch die PH Wallis interessantes Projekt, denn es würden grosse Investitionen in eben diese Aus- und Weiterbildung getätigt werden. Der Entscheid, welche PH des NW EDK-Raums das Projekt zugesprochen bekommt, wird demnächst erwartet. BRA

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